Offener Brief des Kinderschutzbundes zu den geplanten Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe

Quelle: Der Kinderschutzbund Bundesverband, „Zum politischen Umgang mit existenziellen Bedarfen junger Menschen“, 27. April 2026

Ein 100-seitiges Papier aus dem Bundeskanzleramt skizziert massive Kürzungen bei Leistungen für junge Menschen – trotz UN-Behindertenrechtskonvention, Fachstandards und wissenschaftlicher Erkenntnisse.  Prof. Sabine Andresen, Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Prof. Karin Böllert warnen in einem offenen Brief: Die Pläne gefährden Rechte auf Bildung, Schutz und Teilhabe für besonders vulnerable Gruppen:

  • Frühkindliche Bildung: Ganztagsausbau und Qualitätsstandards in Kitas sollen zurückgeschraubt werden – ein Rückschritt für Chancengleichheit.
  • Inklusion: Statt 1:1-Betreuung für Kinder mit Behinderung werden Poolangebote vorgeschlagen – ohne ausreichende Infrastruktur.
  • Careleaver*innen: Nachsorge für junge Menschen aus Heimen oder Pflegefamilien soll gestrichen werden – mit Risiko von Obdachlosigkeit und Systemversagen.
  • Geflüchtete: Unbegleitete Minderjährige ab 16 Jahren sollen in Erwachsenenunterkünften leben – ein Verstoß gegen Kinderrechte und Schutzbedürfnisse.
  • Alleinerziehende: Die Rückkehr zu alten Unterhaltsvorschuss-Regeln (nur bis 12 Jahre) verschärft Kinderarmut.

Die Autor*innen kritisieren: „Wer existenzielle Bedarfe junger Menschen als ‚Luxus‘ abtut, riskiert deren Abkehr von der Demokratie.“ 

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