Rückblick auf unsere 18. Kinder- und Jugendschutzkonferenz des Landes M-V

Am 19. Mai 2025 haben wir die 18. Kinder- und Jugendschutzkonferenz des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow unter dem Titel „Gewalt gegen Kinder – Was tun? Was tun!“ veranstaltet. Besonders gespannt waren wir auf die Reaktionen zu unserem neuen Format: Statt fester Workshops haben wir sogenannte „Begegnungsräume“ eingerichtet – offene Stationen, die dazu einluden, sich auszutauschen, zu grübeln, zu reflektieren und sich zu informieren.

Umso mehr freut es uns, dass die Veranstaltung auf so großes Interesse gestoßen ist: Mit 320 Teilnehmenden aus der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, dem Gesundheitswesen, der Polizei, der Justiz sowie weiteren Fachbereichen waren alle Plätze ausgebucht. Wir wissen sehr zu schätzen, dass trotz Fachkräftemangel und hoher Arbeitsbelastung so viele engagierte Menschen unserer Einladung gefolgt sind, um sich intensiv mit dem Thema Kinderschutz auseinanderzusetzen.

Sozialministerin Stefanie Drese eröffnete die Konferenz mit einem klaren Appell: „Nur wenn alle Instrumente harmonisch zusammenspielen, schaffen wir für Kinder und Jugendliche einen starken Schutzraum.“ In den vergangenen Jahren seien durch professionelle Zusammenarbeit und gestiegene Sensibilität wichtige Fortschritte im Kinderschutz erreicht worden. Gleichzeitig machte sie deutlich, wie groß die Herausforderungen weiterhin sind: 1.673 Fälle von Kindeswohlgefährdung wurden 2023 in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Die Ministerin kündigte das erste Kinderschutzstrukturgesetz des Landes an. Es soll die Rechte von Kindern und Jugendlichen stärken, Handlungssicherheit für Fachkräfte schaffen und die ressortübergreifende Zusammenarbeit verbessern.

Im weiteren Zentrum der Konferenz standen vielfältige Fachvorträge, die das Thema  "Gewalt gegen Kinder" aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten:

Corinna Scherwath vom Institut für verstehensorientierte Pädagogik (Hamburg) stellte in Ihrem Vortrag die Bedeutung der Menschenwürde für die pädagogische Praxis heraus. In diesem Zusammenhang betonte sie die Wichtigkeit, Kindern mit dem gleichen Respekt zu begegnen wie Erwachsenen: „Kollegiale Loyalität darf niemals über der emotionalen oder faktischen Sicherheit eines Kindes stehen!“

Sandra Richter, Frühpädagogin und Autorin aus Dresden, sprach über die Macht von Sprache. In ihrem Vortrag „Worte tun im Herzen weh“ zeigte sie auf, wie sprachliche Gewalt Kinder tief verletzen kann – oft unterschätzt, aber wissenschaftlich belegbar. „Ein sprachlicher Angriff fühlt sich im Gehirn wie ein physischer Schlag an“, so Richter. Sie sensibilisierte uns dafür, wie wir in unserem beruflichen Alltag – und besonders im Umgang mit Kindern – achtsam und respektvoll kommunizieren soll(t)en.

Dr. Elke Nowotny, Diplom-Psychologin aus Berlin, widmete sich den Belastungen von Fachkräften im Kinderschutz. Sie beschrieb eindrucksvoll den Balanceakt zwischen empathischer Hilfe und professioneller Distanz – insbesondere in der Arbeit mit belasteten Klient*innen. Sie zeigte dabei Strategien auf, wie man schwierige Situationen gesund und handlungsfähig bewältigen kann.

Im abschließenden Vortrag sprach Oliver Hagemann, Dozent für Kinderrechte und Kinderschutz aus Berlin, über das häufig übersehene Leid von Kindern, die häusliche Gewalt miterleben müssen. Er machte deutlich, dass Kinder immer mitbetroffen sind – mit tiefgreifenden Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit. Gleichzeitig vermittelte er konkrete, empathische Ansätze, wie Fachkräfte mit betroffenen Kindern und Jugendlichen sensibel ins Gespräch kommen und ihnen Stabilität geben können.

Es wurde deutlich: Kinderschutz ist nur gemeinsam möglich – durch Zusammenarbeit, Offenheit, Weiterbildung und Mut zum Handeln.

Wir danken allen Teilnehmenden, Referierenden und Unterstützenden, die durch ihr Engagement, ihre Beiträge und ihr Mitwirken zum Gelingen dieser wichtigen Veranstaltung beigetragen haben. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass Kinder in Mecklenburg-Vorpommern sicher und geschützt aufwachsen können. Wir freuen uns schon auf die nächste Kinder- und Jugendschutzkonferenz mit Ihnen!

 

Bericht zu unserer 18. Kinder- und Jugendschutzkonferenz von Güstrow TV

Die 18. Kinder- und Jugendschutzkonferenz ist für uns immer ein wichtiger Meilenstein in unserer Arbeit. Wir haben uns sehr gefreut, dass uns ein Team von Güstrow TV begleitet hat und zu der Veranstaltung einen (wie wir finden) sehr gelungenen Beitrag veröffentlicht hat. Dieser kann unter dem folgenden Link angeschaut werden (Zeitstempel: 5:55 Minuten).

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