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Seminar | Nr. B3-16-21

Kinder aus rechtsextremen Familien im pädagogischen Alltag begleiten

Das Thema „Kinder aus rechtsextremen Familien“ berührt Pädagog*ìnnen, Erzieher*innnen, Sozialpädagog*innen. Ein schweres Thema…

Wir möchten mit diesem Seminar einen Rahmen bieten, um mit der Thematik in Kontakt zu kommen, um eigene Erfahrungen mit Kindern aus rechtsextremen Familien auszutauschen und um mögliche Handlungsoptionen zu diskutieren.

Wie bereits im Nationalsozialismus sind auch in der Gegenwart „völkische“ Erziehungsstile stark darauf ausgerichtet, Kinder zu Gehorsam und Unterordnung in eine „völkische“ Gemeinschaft zu erziehen. Auch wenn man nicht von einem einheitlichen Erziehungsstil im Rechtsextremismus sprechen kann, sind Erziehungsstile weit verbreitet, die auf Härte, Durchhaltevermögen und Folgsamkeit ausgerichtet sind. Kinder aus rechtsextremen Familien haben oft wenig Spielraum für Individualität. Ihre Persönlichkeit muss sich einer kollektiven Identität unterordnen, die sich an einem starren Wertekanon orientiert. „Der Einzelne ist nichts, die Gemeinschaft ist alles“- diese Norm soll tief verinnerlicht werden. Die Lebenswelt der Kinder ist streng organisiert und vermittelt vorrangig Tugenden wie Gehorsam, Disziplin, Fleiß und Treue. Das Streben nach einer „Volksgemeinschaft“ und damit die Ablehnung einer freiheitlichen und offenen Gesellschaft ist Grundlage dieses Denkens.

Was macht das aber mit den Kindern, wie „in zwei Welten“ aufzuwachsen, Mitmenschen in Freund- Feind- Bilder einzuteilen, um sich einigermaßen zurechtfinden zu können und wenig Spielraum für ein individuelles, eigenständiges Aufwachsen zu haben? Der erhebliche Loyalitätskonflikt zwischen den Ansprüchen der Herkunftsfamilie und den dazu konträren Anforderungen in Kita, Schule und anderen Institutionen fordert ebenfalls viel von den Kindern ab und grenzt letztlich den möglichen Erfahrungsraum der Heranwachsenden ein.

Aber auch für die Pädagog*innen äußern sich Herausforderungen: Wie kann ich mich zeigen, ohne das Kind zu verschrecken und in Rechtfertigungsnöte zu bringen? Wie gelingt eine Grenzsetzung, wenn ich demokratiekonform oder kindeswohldienlich agieren möchte/ muss? An wen kann ich mich mit eigenen Unsicherheiten wenden? Wie kann dem demokratischen Erziehungsauftrag in Kita, Schule, Hort usw. entsprochen werden? Wie können Grundwerte wie Freiheit, Gleichwertigkeit, Solidarität und Toleranz vermittelt werden? Wie werden freie Entfaltung und plurale Meinungsbildung auch für diese Kinder gewährleistet? Was brauchen pädagogisch Tätige, um unterstützend wirken zu können? Denn: Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist es (auch), Kinder zu stärken!

Im Seminar werden wir ausarbeiten, dass es für diese Kinder wichtig ist, ihnen einen alternativen Erfahrungsraum zu ihrem Elternhaus zu eröffnen. Auf keinen Fall ist eine Ausgrenzung der betroffenen Heranwachsenden eine Lösung und sie ist keinesfalls anzustreben. Wir werden uns damit beschäftigen, wie es gelingen kann, den Zugang zu den Kindern zu erhalten und einen demokratischen Alltag erlebbar zu machen. Ein Fenster offenzuhalten, damit diese Kinder eines Tages selbstständig entscheiden können, ob sie einen anderen Weg gehen wollen oder erwachsener Teil der rechtsextremen Szene werden/bleiben, ist Aufgabe der Pädagog*innen.

Dieses Seminar stellt das Thema „Kinder aus rechtsextremen Familien“ in den Mittelpunkt, gibt Handlungsanleitungen zum Umgang mit einem demokratiefernen oder demokratiefeindlichen Familienklima und bietet Raum zur Diskussion.

Dozierende

Dozent*innen des Regionalzentrums für demokratische Kultur Vorpommern-Rügen, Landkreis und Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Seminarbegleitung

Katharina Bluhm

Organisatorisches

Kosten80,00 €

AbschlussTeilnahmebescheinigung

Bildungskonzeption M-VModul 1.1

Termin(e)

25.10.2021

Veranstaltungsort(e)

Schabernack e.V.
Schabernack 70
18273 Güstrow

Impressionen und Feedback von Teilnehmern

  • Impresssion Seminare

    "Ich habe viele neue Anregungen erhalten, die ich gut im Tagesablauf mit Kindern anwenden kann."

    Teilnehmer*in
  • impression Tagung

    "Die einzelnen Vorträge und Fachforen waren sehr passend zur Thematik gewählt."

    Teilnehmer*in
  • impression Kursreihe

    "Das Thema wurde so gut rübergebracht, dass man jetzt voller Eifer in den Alltag startet."

    Teilnehmer*in