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Online-Angebote | Tagung/Fachtag/Kongress | Nr. T1/22

Jugendgerichtshilfetag M–V 2022

Eine Fachtagung in Kooperation des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern & der Bildungsstätte Schabernack e.V.

Wiedergutmachung und Gerechtigkeit im jugendstrafrechtlichen Verfahren

Der diesjährige Jugendgerichtshilfetag bietet Impulse zu den Themen Wiedergutmachung und Gerechtigkeit und nimmt dabei auf den „Täter – Opfer – Ausgleich“ und Weisungen im Jugendstrafverfahren Bezug.

Jugendgerichtshilfe / Jugendhilfe im Strafverfahren ist in Mecklenburg-Vorpommern ein etabliertes Angebot der Kinder- und Jugendhilfe. Neben der Planung und Durchführung sozialpädagogischer Angebote für junge Menschen, die Straftaten begangen haben, steht die Kooperation mit Richter*innen, Staatsanwält*innen, Rechtsanwält*innen und Vertreter*innen des Strafvollzugswesens und der Straffälligenhilfe auf der Agenda der Sozialarbeiter*innen der öffentlichen und freien Träger.

Der Jugendgerichtshilfetag Mecklenburg-Vorpommern bietet den unterschiedlichen Berufsgruppen unter anderem eine Plattform des Austausches zu den Themen Prävention, sozialpädagogische Einflussmöglichkeiten und die Angemessenheit von Strafen.

Ablauf:

09:00 Uhr     Einlass in den digitalen Tagungsraum

09:30 Uhr     Begrüßung
                       Dr. Susanne Braun, Leiterin der Bildungsstätte Schabernack e.V., Güstrow

09:35 Uhr     Grußwort des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport M-V

09:50 Uhr     Mehr Restorative Justice und weniger Strafen? – aus Richterperspektive | 1. Teil 
                       Dr. Clivia von Dewitz, Richterin

10:25 Uhr     Pause

10:40 Uhr     Mehr Restorative Justice und weniger Strafen? – aus Richterperspektive | 2. Teil 
                       Dr. Clivia von Dewitz, Richterin

11:20 Uhr     Pause

11:35 Uhr     Nachfragen zum Vortrag per Chat

12:00 Uhr     Mittagspause

13:30 Uhr     Arbeitsgruppenphase

AG 1: Dr. Clivia von Dewitz, Richterin - Meinungs- und Erfahrungsaustausch (TOA)
Was wünschen sich Tatbetroffene und Tatverantwortliche nach einerStraftat? Wie kann der Konflikt oder besser die Konfliktlösung den Parteien wieder zurückgegeben werden? Wie wichtig ist es gerade für junge Angeschuldigte den Tatbetroffenen persönlich zu begegnen und von den Auswirkungen der Tat zu erfahren? Wie kann das Jugendamt fördern, dass die Konfliktlösung den Parteien zurückgegeben wird?

AG 2: Christian Rockstroh, Erlebnispädagogisches Bildungsnetzwerk gUG, Dresden - Pilgern mit Heranwachsenden im Strafverfahren
5 Tage, 10 unbekannte Gesichter, 20 bis 30 km täglich, 100 km insgesamt. Pilgernd. Zu Fuß. Mit 8 kg auf dem Rücken. Und das freiwillig.
Seit 2015 bieten wir den Pilgerweg als eine besondere Form des sozialenTrainingskurses (STK) in Kombination mit Arbeitsstunden an.
Der STK Pilgerweg zeichnet sich durch eine äußerst geringe Abbruchquoteaus. Das Pilgern wirkt dabei reflexions-- und transistionsfördernd. Gespräche entlang des Weges unterstützen dies und lassen die Teilnehmenden zu ihren eigenen Erkenntnissen kommen. Rückmeldungen und Feedbacklassen sie sich selbst in der Gruppe wahrnehmen. Die Rückschlüsse, welcher jeder Teilnehmende zieht, helfen ihm auf seinem weiteren Weg.

AG 3: Erwin Schletterer, Brücke e.V. Augsburg - Alternativen zu Arbeitsweisungen
Die Verhängung von Arbeitsstunden spielt quantitativ nach wie vor eine große Rolle im Jugendstrafverfahren, zuweilen auch eine zu große Rolle. Bietet doch das Jugendstrafrecht vielfältigste Möglichkeiten erzieherisch auf junge Menschen einzuwirken.
Am Beispiel der BRÜCKE e.V. Augsburg werden einige neue und innovative Ansätze als Alternativen zu Arbeitsweisungen vorgestellt und diskutiert.

AG 4: Frieder Dünkel und Kolleg*innen der UNI HGW (angefragt) - Wissenschaftsperspektive – neue Forschungsergebnisse aus dem Jugendstrafrecht
Aktuelle Forschungsergebnisse als wissenschaftliche Expertise ermöglichen den Praktiker*innen in der Jugendgerichtshilfe / Jugendhilfe im Strafverfahren ihre Konzepte in der Begleitung Jugendlicher und junger Heranwachsender zu reflektieren und auf der Handlungsebene zu qualifizieren. Der Workshop soll somit die Chance bieten, wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren und Möglichkeiten der Implementierung in die Fachpraxis zu diskutieren.

15:00 Uhr      Fazit aus den Arbeitsgruppen

15:30 Uhr      Ende

  • Agenda

    Informationen zum Hauptvortrag von Dr. Clivia von Dewitz "Mehr Täter-Opfer-Ausgleich (Restorative Justice) und weniger Strafen? – aus Richterperspektive"

    Rumi, ein Sufi-Gelehrter, hat einmal gesagt:
    „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
    Wie können wir uns dort treffen? Ist der Täter-Opfer-Ausgleich (Restorative Justice) ein Weg zu diesem Ort?

    2018 hat sich Frau Dr. von Dewitz für zwei Jahre beurlauben lassen und konnte mehrere Monate in Neuseeland, Kanada, Alaska und auf den Hawaii-Inseln verbringen und erfahren, wie dort Restorative Justice praktiziert wird. In Neuseeland konnten Jugendhaftanstalten geschlossen werden, nachdem 1989 ins Gesetz eingeführt worden war, dass jedes Jugendverfahren zur Durchführung einer Familien-Gruppen-Konferenz (eine Unterform von Restorative Justice) abzugeben war.

    Überall dort, wo der Fokus auf Heilung, Wahrheit und Versöhnung gelegt wurde, ging die Begehung von Straftaten deutlich zurück.
    Es ist Zeit, unsere Strafjustiz zu überdenken und zu erkennen, dass schärfere Strafvorschriften und hartes Durchgreifen keine Sicherheit bringen, sondern eher das Gegenteil.

    In diesem Vortrag berichtet Frau Dr. von Dewitz von der Praxis des Täter-Opfer-Ausgleiches (Restorative Justice) in anderen Ländern und gibt Impulse für die Umsetzung im deutschen Justizsystem.

Organisatorisches

Kosten80,00 €

AbschlussTeilnahmebescheinigung

Termin(e)

19.01.2022

Veranstaltungsort(e)

Online via ZOOM Meeting

Impressionen und Feedback von Teilnehmern

  • Impresssion Seminare

    "Ich habe viele neue Anregungen erhalten, die ich gut im Tagesablauf mit Kindern anwenden kann."

    Teilnehmer*in
  • impression Tagung

    "Die einzelnen Vorträge und Fachforen waren sehr passend zur Thematik gewählt."

    Teilnehmer*in
  • impression Kursreihe

    "Das Thema wurde so gut rübergebracht, dass man jetzt voller Eifer in den Alltag startet."

    Teilnehmer*in